Kreativwochenende in Zusammenarbeit mit der KLVHS Feuerstein

Leiterin Michaela Schwarzmann (2.v.l) gemeinsam mit begeisterten Teilnehmerinnen
Leiterin Michaela Schwarzmann (2.v.l) gemeinsam mit begeisterten Teilnehmerinnen
Mo 29. Apr 2019
Dorothea Weiler

„Dieses Grün geht nicht, es muss wieder weg!“ Kritisch betrachtet eine Teilnehmerin des Kreativwochenendes für Familien in der Katholischen Landvolkshochschule Feuerstein (KLVHS) ihr großformatiges Werk, das sich aus einer Fülle bunter geometrischer Formen zusammensetzt. Sie hat sich vorgenommen, dieses Bild für ihr Wohnzimmer zu Hause zu gestalten und arbeitet unermüdlich an seiner Vollendung. Die Kunstpädagogin Michaela Schwarzmann hat alles im Blick und ist sofort zur Stelle. „Einfach mit Olivgrün übermalen“, rät sie der jungen Frau.

Sowohl im Malraum unter der Leitung von Michaela Schwarzmann, als auch im Bereich Werken, den der Künstler Reiner Schütz betreut, herrscht höchste Konzentration vor. Die großen und kleinen Künstler haben zumeist mehrere Werke parallel begonnen. Will man sie alle für die Abschlussausstellung am Sonntagmittag fertig bekommen, so heißt es, sich intensiv auf den Schaffensprozess einzulassen. Und alle Kinder und Erwachsenen sind mit Feuereifer dabei. Häufig lassen sich die Teilnehmer voneinander inspirieren. So hat das Bild mit den Kreisen und Ecken Anklang gefunden und andere haben das Thema aufgegriffen und in ihrer je eigenen Vorstellungswelt ganz anders neu erstehen lassen.

Junge Mädchen malen gerne ein Pferd oder schreiben in großen neongelben Lettern auf dunklen Hintergrund: „I love you.“ Ein Junge hat einen überdimensionalen Osterhasen zu Papier gebracht. Im Gegensatz zum schulischen Kunstunterricht wird ihnen hier alle Freiheit gelassen, zu experimentieren oder die eigenen Wunschmotive umzusetzen. Michaela Schwarzmann setzt nur hier und da einen zusätzlichen Tupfer ins Bild oder gibt Tipps. Lichtpunkte auf einen schwarzen Felsen zu setzen, der ins Meer ragt, um mehr Lebendigkeit in der Wirkung zu erzielen, kann so ein Vorschlag lauten. Oder noch stärkere Akzente mit bauchigen Wolken zu setzen, anstatt graue Streifen in den Himmel zu malen.

Auch Schütz lässt den Teilnehmerinnen und Teilnehmern so viel Freiraum wie möglich. Da gibt es Teenager, die ein großes Herz aus einem Ytong-Block schlagen, und es gibt eine Mutter, die eine lebensechte Katze aus dem Stein herausgearbeitet hat. Der einzige männliche Erwachsene im Kurs hat aus Tannenzapfen, die er beim obligatorischen Streifzug durch die Natur am ersten Abend gefunden hat, ein Reliefbild mit Fischen gezaubert. Zwei kleine Fische bestehen aus je einem kleinen kompletten Tannenzapfen. Für den großen Fisch, der sich diagonal über das Bild erstreckt, hat er einzelne Tannenzapfenschuppen sorgsam am Körper schichtweise übereinander geklebt. „Wenn ich gewusst hätte, wieviel Aufwand es bedeutet, hätte ich es nicht gemacht“, stellt er im Nachhinein in gespielter Verzweiflung fest. Doch jetzt muss er nur noch aus Holz in passender Größe den Kopf des Fisches aussägen und sein originelles Bild ist so gut wie fertig. Die Mühe hat sich also gelohnt.

Auch Pflanzen und Äste haben die Teilnehmer aus der Natur mitgebracht. Die Pflanzen werden abgezeichnet oder deren Umrisse auf dem Papier mit Spritztechnik sichtbar gemacht. Eine aus Zeitungspapier ausgeschnittene und ins Bild geklebte Vase kann das Gesamtbild abrunden. Die Äste werden in der Kellerwerkstatt weiß grundiert und anschließend mit bunten Farben bemalt. Pia (11), Mila (10) und Johannes (11) zeigen stolz ihre noch nicht ganz fertigen Kunstwerke.

Bei den Steinbildhauerinnen kommt Geschäftigkeit auf: „Wir haben nur noch heute den restlichen Tag und Morgen zwei Stunden Zeit“, mahnt eine kleine Künstlerin ihre beiden Freundinnen an. Wegen des entstehenden Staubs dürfen die Blöcke nur im Freien bearbeitet werden. „Ich würde mich beeilen“, treibt das Mädchen die anderen an. Doch es ist noch genügend Zeit bis zum Einbruch der Dämmerung.

Diese Freizeit wird vom Familienbund der Katholiken im Erzbistum Bamberg unterstützt.