Bamberg – Alljährlich findet im September der Weltkindertag statt. In diesem Jahr steht er unter dem Motto „Starke Kinder, starke Zukunft!“ Dieser Aufruf von UNICEF Deutschland und dem Deutschen Kinderhilfswerk ist an Politik und Gesellschaft gerichtet und fordert, sich für Kinder und Jugendliche, deren Wohlergehen, Schutz und Gesundheit einzusetzen.
Laut dem Deutschen Ärzteblatt ist die psychische Belastung bei jungen Menschen mit 29 Prozent auf einen Höchststand gestiegen, wie jüngst aus der Befragung „Jugend in Deutschland 2026“ hervorgeht. 23 Prozent der 14 bis 29-Jährigen gaben außerdem an, verschuldet zu sein. Jeder fünfte Befragte plant sogar auszuwandern. Gleichzeitig steigt die Polarisierung und die Parteien am rechten und linken Rand erhalten immer mehr Zulauf von dieser Altersgruppe. Die daraus resultierenden Folgen und Folgekosten für die Gesellschaft sind heute noch nicht absehbar, doch sie könnten ein exorbitant hohes Maß erreichen.
Es ist längst überfällig, dass die Politik Familien priorisiert, ihnen Wahlfreiheit sichert und die Erziehungsleistung in den Sozialversicherungssystemen angemessen würdigt. Zudem muss der Ausbau von Präventions- und Beratungsangeboten für Paare, Eltern und Familien konsequent weiterentwickelt werden, damit das Zusammenleben gut funktionieren kann.
Denn starke Kinder für eine starke Zukunft benötigen starke familiäre Bindungen, verlässliche Strukturen und sichere Ressourcen. Funktionierende Familien sind der Schlüssel für gesellschaftliche Stärke und gewährleisten den Erhalt demokratischer Werte.
Stabile Familienstrukturen tragen indirekt zur Senkung gesellschaftlicher Kosten und zu einer guten wirtschaftlichen Entwicklung bei, indem sie Bildungsabbrüche, Gesundheitsausgaben, Kinderarmut und
Jugendkriminalität verringern.
Christiane Kömm, die Vorsitzende des Familienbunds der Katholiken im Erzbistum Bamberg, bringt es auf den Punkt: „Wenn die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für Familien stimmen, können die Kinder und Jugendlichen aktiv und verantwortungsvoll ihren Beitrag zu einer stabilen und friedvollen Gemeinschaft leisten. Für eine starke Zukunft braucht es allerdings außerdem eine gesunde und entwicklungsförderliche Spiritualität.“
Hintergrund
Seit 1954 wird der Weltkindertag auf Empfehlung der Vereinten Nationen jährlich am 20. September gefeiert und macht weltweit auf die Rechte, Bedürfnisse und Perspektiven von Kindern aufmerksam. Ziel ist es, Kinder sichtbar zu machen und Erwachsene daran zu erinnern, Verantwortung für ihre Zukunft zu übernehmen. Das Motto des Weltkindertags legt das Deutsche Kinderhilfswerk jedes Jahr mit UNICEF Deutschland fest.
Inzwischen machen mehr als 400 Städte und Gemeinden beim Weltkindertag mit und veranstalten Kinder- und Familienfeste, zeigen Ausstellungen, rufen zu Demonstrationen auf und diskutieren mit Politikern über die Kinderfreundlichkeit in ihrer Kommune.
Mehr zum Weltkindertag unter www.unicef.de