Eine Abordnung des Diözesanfamilienrates (DFR) des Erzbistums Bamberg führte kürzlich ein Gespräch mit dem seit Juli 2025 neuen Leiter der Hauptabteilung Schule und Religionsunterricht im Erzbistum Bamberg, Herrn Alexander Pfister, in dessen Diensträumen. Als Vorgesetzter ist Herr Pfister für ca. 600 Beschäftigte verantwortlich. Eingangs wurde von der Diözesanvorsitzenden der Katholischen Elternschaft (KED) Frau Petra Schuckert der kooperative Religionsunterricht thematisiert. Hierbei werden evangelische und katholische Schülerinnen und Schüler gemeinsam unterrichtet, dabei bleiben die konfessionellen Unterschiede weiterhin sichtbar. Ein Anstieg dieses Unterrichtsmodells zeigt sich besonders an Grund-, Mittel-, Förder- und Berufsschulen.
An den Gymnasien und Realschulen ist dagegen keine merkliche Veränderung der konfessionellen Schülerzahlen erkennbar. Ab September 2026 soll die Zahlung einer Unterrichtszulage für Religionslehrkräfte im kirchlichen Dienst erfolgen, für die sich Herr Ordinariatsrat Pfister einsetzt. Als Nächstes wurde über die immer wieder geführte Debatte um die dritte Religionsunterrichtsstunde gesprochen. Die Zuständigkeit hierfür liegt laut Herrn Pfister bei der Staatsregierung und der Freisinger Bischofskonferenz. Man war sich einig, dass diese dritte Religionsstunde für die Werteerziehung der Schülerinnen und Schüler sehr wichtig ist. Ein Gremiumsmitglied, selbst Vater einer Sechstklässlerin, bat um Erklärung, warum im Gymnasium vermehrt ethische Fragen behandelt werden anstelle von religionsbezogenen. Herr Pfister verwies auf den Bildungsaufrag des 2. Vatikanischen Konzils (Gravissimum Educationis 1965), der die Kirche dazu anhält, Schule im Bezug zur Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler zu gestalten. Es ist gewollt, dass Religion weltweite Probleme wahrnimmt, diese darstellt und somit die Kinder in ihrer eigenen Werteorientierung prägt. Eine besondere Wertschätzung brachte er dem Herrn Erzbischof entgegen, denn die Investitionen des Erzbistums in die Bildung der Kinder und Jugendlichen sind nach wie vor angemessen und seine Exzellenz zeigt sich hier stets aufgeschlossen und wohlwollend. Eine weitere Frage des DFR bezog sich auf die Auswirkung von KI-Nutzung für Aus-, Schul- und Weiterbildung. Herr Pfister erklärte, dass Schüler- und Seminararbeiten mittlerweile mit einer Überprüfungssoftware überarbeitet werden und dass die Verwendung von KI und sozialen Medien zu nicht unwesentlichen Problemen in vielen schulischen Bereichen führt, wie bspw. Konzentrationsprobleme, Aggression und psychischen Erkrankungen. Es zeigt sich auch, dass viele Schülerinnen und Schüler einem Leistungsdruck unterworfen werden, der oft aus der Erwartungshaltung ihrer Eltern resultiert. Der Hauptabteilungsleiter erklärte, dass nicht jedes Kind gleichermaßen für das Gymnasium geeignet sei und es sich auf einer Real- oder Mittelschule besser entfalten könne. Christiane Kömm, die Vorsitzende des DFR, sprach die von der Politik gewollte institutionelle frühkindliche Betreuung an und bat um eine Stellungnahme zu dieser Thematik, die auch von Bindungspsychologen teilweise als problematisch in der Entwicklung eines unter drei Jahre alten Kleinkindes angesehen wird. Herr Pfister teilte als Familienvater seine persönliche Wahrnehmung, dass Fachkräfte in Krippen mitunter den Wunsch äußern, Eltern früher und intensiver begleiten zu können, um gemeinsam den für das Kind passenden Zeitpunkt für den Krippenstart zu finden.
Es wurden noch weitere Themen behandelt, bspw. die vielfachen negativen Auswirkungen der Coronazeit auf die Grundschulkinder, die heute noch in der Entwicklung sichtbar sind. Der DFR äußerte die Sorge, dass das Selbstbestimmungsgesetz in der sensiblen Phase der Pubertät zu Verunsicherung führen könne. Herr Pfister nahm dies zu Kenntnis und verwies auf die pädagogische Begleitverantwortung der Schulen. Der DFR regte an das Papier der Schulkommission in der praktischen Umsetzung sorgfältig zu begleiten. Der Diözesanfamilienrat bedankte sich für das informative Gespräch bei Herrn Alexander Pfister und man beschloss, weiterhin in Kontakt miteinander zu bleiben.