Eine stabile, liebevolle Bindung zwischen Eltern und ihrem Kind ist die wichtigste Grundlage für dessen gesunde Entwicklung. Diese wird primär in den ersten drei Lebensjahren erworben und beeinflusst das ganze weitere Leben.
Freundliches Lächeln, Blickkontakt, sanfte Sprache und Berührung fördern die Eltern-Kind-Beziehung und schenken Sicherheit und Vertrauen. Feinfühlige, zugewandte Reaktionen von Mama und Papa auf die kindlichen Bedürfnisse vermitteln dem Kleinkind Verlässlichkeit. Konsistente Rituale und Abläufe schaffen Sicherheit und geben Geborgenheit.
Frühkindliche, positive Bindungserfahrungen stärken den Selbstwert, fördern die Fähigkeit zur Emotionsregulation und verringern Stressreaktionen. Sie erhöhen die Resilienz und beeinflussen langfristig die psychische, physische und soziale Gesundheit. Kinder mit sicheren Bindungserfahrungen zeigen später häufig bessere schulische Leistungen, haben seltener Verhaltensauffälligkeiten und zeigen eine höhere soziale Kompetenz.
Die ersten drei Lebensjahre sind eine sehr sensible Phase, in der die Eltern-Kind-Bindung maßgeblich geformt wird. Deshalb bietet eine primär familiäre Betreuung ein stabiles, kindgerechtes Umfeld, das sich nachweislich am stärksten positiv auf Gesundheit und langfristiges Wohlbefinden auswirkt.
Christiane Kömm, die Diözesanvorsitzende des Familienbundes der Katholiken im Erzbistum Bamberg, nimmt dazu Stellung: „Die aktuell angestrebten Maßnahmen
in der Familienpolitik, wie die Reform des Ehegattensplittings und die Abschaffung
der Mitversicherung des Ehepartners mit dem Ziel, vor allem junge Mütter möglichst schnell wieder in die Erwerbstätigkeit zu bringen, werden zur Belastungsprobe für junge Familien und schmälern zum wiederholten Male die generative Leistung von Eltern.
Es ist hingegen Aufgabe der Politik, Wahlfreiheit zu schaffen, sowie die Rahmenbedingungen so zu gestalten und nachhaltig abzusichern, dass Kleinkinder
in den ersten drei Lebensjahren primär von den Eltern betreut werden können, wenn sie
dies wünschen – etwa durch faire Elternzeitregelungen sowie monetäre Anerkennung der Erziehungsarbeit.
Gleichzeitig muss der Ausbau von Familienberatungsstellen vorangebracht werden, damit Eltern unabhängige, wissenschaftlich fundierte Informationen zu Bindung, Entwicklung
und gelingender Partnerschaft erhalten, da eine stabile Paarbeziehung der Eltern die
beste Prävention, sowohl gegen psychische Probleme bei Kindern und Jugendlichen, als auch gegen Familienarmut darstellt.“