Delegation des Familienbunds der Katholiken zu Gast in Bayreuth

Familien nicht noch mehr belasten

Der Diözesanfamiliienrat im Gespräch mit MdL Dierl in Bayreuth (c) Anja Sauer
Der Diözesanfamiliienrat im Gespräch mit MdL Dierl in Bayreuth
Datum:
So. 8. März 2026
Von:
Anja Sauer abgeändert PM Heinrichsblatt

Bayreuth – Mit einem Besuch beim CSU-Landtagsabgeordneten Franc Dierl in dessen Bayreuther Büro setzte eine Delegation des Familienbunds der Katholiken die Gespräche mit Politikern fort.
Seit 2023 vertritt Dierl Stadt und Landkreis Bayreuth im Bayerischen Landtag und ist hier Mitglied im Ausschuss für Umwelt und Verbraucherschutz sowie im Ausschuss für Wissenschaft und Kunst.

Die Vorsitzende des Diözesanfamilienrates (DFR), Christiane Kömm, bedankte sich für die
Einladung und erklärte, dass Familie eine Querschnittsaufgabe sei und deshalb Gespräche mit allen Politikern geführt werden, auch wenn diese keinem Sozialausschuss angehören.
In dem Gespräch ging es zunächst um die Kürzungen beim Landesfamiliengeld, denen zufolge für Kinder, die ab dem 1. Januar 2025 geboren sind, keine Familienleistung mehr vorgesehen ist. Christiane Kömm führte dazu aus, dass diese Kürzung  sehr schmerze und dies umso mehr, weil das Ganze, wie es in den sozialen Medien der CSU der Fall war, als politisch gute Sache vom bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder selbst beworben wurde. Auch die Überlegungen auf Bundesebene  den Pflegegrad I abzuschaffen um Haushaltslöcher zu stopfen sei zu kurz gedacht, denn auch dadurch würden viele Familien
mehr belastet.

In diesem Zusammenhang sagte Franc Dierl: „Wir befinden uns gerade in sehr schwierigen
Zeiten und diese Haushaltsprobleme betreffen die Kommunen, sowie die Landes- und die Bundesebene. Angesichts dessen hat Bayern noch hohe Sozialleistungen für die Menschen. Außerdem werden die wichtigen Bereiche der Daseinsvorsorge und des
Rettungswesens nicht von Kürzungen betroffen sein.“

Kömm zeigte Verständnis für die angespannte Finanzsituation und appellierte an die Politik, dennoch nicht bei den Familien so sehr zu sparen, da sie große Leistungsträger für die Gesellschaft sind. Des Weiteren wurde angesprochen, dass die Politik jungen Eltern seit vielen Jahren ein falsches Bild vermittelt, dass sich vor allem der Staat um die Erziehung der Kinder kümmert. Die DFR-Vorsitzende zeigte auf, dass die frühkindliche Bildung in den ersten Lebensjahren zuhause beginne, nicht erst in Institutionen wie Kita und Schule, denn „vor der Bildung kommt die Bindung“, führte sie aus. Der Abgeordnete  stimmte dem zu, die Strukturen müssen in der Familie wachsen und die Eltern sind zuständig für die Erziehung ihrer Kinder. „Der Staat wiederum hat für Kinder und Jugendliche einen Bildungsauftrag“, so Dierl. „Hier gilt das Subsidiaritätsprinzip. Darüber hinaus muss es Chancengleichheit für die Kinder geben.“ 

Ein Gremiumsmitglied, (selbst ehrenamtliche Lesepatin bei Zweitklässlern) berichtete, dass das Leseniveau sowie die Konzentrationsfähigkeit der Kinder stark gesunken seien. Dies
ist vor allem dem Dauerkonsum am Handy beziehungsweise Tablet geschuldet. Zudem sprechen viele Familien zuhause kein Deutsch, was den Kindern das Lernen zusätzlich erschwert. Der Abgeordnete stimmte dem zu und meinte, dass vor dem Gebrauch der digitalen Endgeräte erst das Lesen, Schreiben und Rechnen beherrscht werden müssten. Er betonte, die Lehrpläne in den Schulen sollten mit Blick auf Alltagsökonomie und  Lebenskompetenz überarbeitet werden. 

Außerdem wurden im Rahmen des Gespräches Themen wie die massiv angestiegenen Kosten im Wohnungsbau, die Cannabis-Problematik, der Anstieg von Schulabbrechern und die zum Teil mangelnde Ausbildungsfähigkeit bei jungen Menschen, die fehlenden Fachkräfte in den sozialen Einrichtungen sowie die exorbitant hohen Kosten im Gesundheitswesen und im Sozialhaushalt  aufgrund psychischer Belastungen bei Kindern und Jugendlichen angesprochen. Am Ende des Treffens wurde Franc Dierl dazu ermutigt, bei seinen politischen Entscheidungen für sich eine sogenannte Familienverträglichkeitsprüfung vorzunehmen. Als engagierter Katholik, zweifacher Familienvater und ehemaliger Unternehmer zeigte er für diesen Wunsch Verständnis. pm