Diözesanjugendpfarrer Gerd Richard Neumeier zu Gast beim Diözesanfamilienrat

Jugendarbeit richtungsweisend für die Kirche

Diözesanjugendpfarrer Gerd-Richard Neumeier zu Gast beim Diözesanfamilienrat (c) Anja Sauer
Diözesanjugendpfarrer Gerd-Richard Neumeier zu Gast beim Diözesanfamilienrat
Datum:
So. 7. Dez. 2025
Von:
Anja Sauer

Der Diözesanfamilienrat (DFR) im Erzbistum Bamberg erhielt kürzlich Besuch vom Diözesanjugendpfarrer Gerd-Richard Neumeier.  Vor seiner Priesterweihe ließ sich dieser als Krankenpfleger ausbilden und arbeitete einige Jahre in diesem Beruf. Danach war er als Flugbegleiter und anschließend im Managementbereich für die Lufthansa tätig bevor er seine Uniform 2012 gegen das Messgewand tauschte.  Es war ihm wichtig, „den Menschen nahe zu sein und dabei selbst den Glauben und das Mysterium zu entdecken, sowie auf die Fragen der Liturgie eine Erklärung zu finden“. Nach gut zehn Jahren in der Pfarrgemeinde, wechselte er in die Jugendpastoral. Als Diözesanjugendpfarrer ist er Leiter des Jugendamtes der Erzdiözese, Vorstandsmitglied des BDKJ- Diözesanverbandes, Aufsichtsratsvorsitzender der Caritas und verantwortlich für das Jugendhaus Burg Feuerstein.

Neumeier sieht die Jugendarbeit als zukunfts- und richtungsweisend für die Kirche. Es wurde im Erzbistum Bamberg ausreichend Personal in der Jugendpastoral und ein auskömmliches Budget geschaffen. Der Diözesanjugendpfarrer zeigt sich dankbar, dass auch in finanziell schwierigen Zeiten verstärkt in die Jugendarbeit investiert wird. Die Jugendhäuser, das Haus am Knock im Frankenwald und das Jugendbildungshaus Burg Feuerstein bieten vielfältige Angebote und Unterstützung an, die den jungen Menschen ein wertvolles Gemeinschaftsgefühl und echte Wertschätzung entgegenbringen.  In seinen Ausführungen betont er, wie wichtig es ihm ist, die Lebenswirklichkeit der Jugendlichen zu erfassen. Dabei richtet er sich an der DBK-Leitlinie von 2021 aus, welche neue Ansätze verfolgt, denn die klassische Eucharistiefeier wird von vielen Jugendlichen nicht mehr angenommen.

Deshalb wurden auf Burg Feuerstein neue Glaubensräume eröffnet. Die Disco-Church ist ein solches Angebot um Jugendliche wieder für Kirche und Glauben zu begeistern. Bei dieser Veranstaltung regen Glaubensimpulse und verschiedene Glaubensstationen die jungen Besucher dazu an, sich mit ihrem Glauben auseinanderzusetzen. Neumeier berichtete von bis zu 110 Besuchern, die sich aktiv beteiligten und auch eigene Fragen formulierten. Die Vorsitzende des DFR, Christiane Kömm wandte hier ein, ob es nicht besser wäre, wenn Kirche bzw. Jugendpastoral direkt in die Disco gehe und dort ein Glaubensevent veranstalten würde. Die Kirche als geweihter Raum erscheint für einen Diskoabend ungeeignet. Dieser heilige Ort solle eher als Raum der Stille wahrgenommen werden, eine Fähigkeit, die vielen Kindern und Jugendlichen, aber auch Erwachsenen abhandengekommen ist. „Ich glaube“, so Kömm, “die Zukunft der Kirche liegt in der Wiederentdeckung der Stille. Es wäre wichtig hier Angebote in das liturgische Konzept einzubringen.“

Gerd Richard Neumeier ergänzte, dass wieder mehr Orientierung an den Bedürfnissen von Familien notwendig wäre, um Kirche besser erfahrbar zu machen. Viele wollen am Sonntag früh ausschlafen und sind nicht bereit in den Gottesdienst zu gehen. Neumeier betonte, dass es wichtig ist, den Kindern die Bedeutung der verschiedenen Glaubensriten zu erklären. Dadurch werden Ministranten und Ministrantinnen viel aufgeschlossener, weil sie nun die Gottesdienstinhalte verstehen. Weitere Angebote der Jugendpastoral sind buchbare Gottesdienste mit verschiedenen Themen: „We are the world“, „Star wars – Möge die Macht Gottes mit dir sein“. Ein dritter Themengottesdienst befindet sich gerade in der Ausarbeitung, die Jugendlichen stellen selbst das Konzept dazu. Es wird sich dabei um das Thema Persönlichkeitsentwicklung handeln. Es gab hier bei allen Gesprächspartnern Übereinstimmung, dass diese wesentliche Thematik in der vulnerablen Zeit der Pubertät keinesfalls zeitgeistigen Ideologien überlassen werden darf. Die jungen Menschen sollen ihren eigenen, persönlichen Orientierungsrahmen finden. Denn eine Person muss immer unter dem Grundsatz der Menschenwürde als ganzheitliches von Gott gewolltes Wesen gesehen werden. Die Sichtweise, den Menschen auf das Sexuelle zu beschränken, ist hingegen falsch und führt nur zu Verwirrung bei den jungen Leuten.

Zum Abschluss informierte der Diözesanjugendpfarrer noch über die wachsenden Strukturen, sowie einem Mitgliederzuwachs bei den Jugendverbänden und dass der bisherige Jugendtreff „Immerhin“, zu einem Raum für offene Jugendarbeit umgestaltet wurde, mit dem die Kirche einen großen Beitrag leistet, um die Jugendarbeit in Bamberg zu stärken.